Rückblick Diana Lehmann

Berlin.Plattenbau – der Titel ließ aufhorchen, machte neugierig – kennen wir doch alle die Beton-Siedlungen am Rande unserer Stadt, wissen um die Probleme, die das Leben in diesen Trabantenvierteln oftmals mit sich bringt. Diana Lehmann, die Autorin, ist dort als Sozialarbeiterin mitten drin! Ein Beruf, der ohnehin viel von einem abverlangt, der auch schnell mal eigene Grenzen aufzeigt und dann ist der Wirkungskreis auch noch Marzahn! Im Vorgespräch sagte sie, sie hatte kürzlich während einer erzwungenen Auszeit viel darüber nachgedacht, ob sie sich eine andere Tätigkeit suchen sollte – und hat dann für sich entschieden, dass sie genau diese Arbeit weiter machen will, weil es keine Arbeit für sie ist, sondern eine Herzensangelegenheit.

Das merkt man auch ihren Romanen an. Inspiriert vom eigenen Erleben lässt sie ihre Protagonisten agieren, kämpft mit den geschriebenen Worten darum, dass die Erwachsenenwelt hinschaut zu Leni, die ihre Geschwister vor den Ausbrüchen des Stiefvaters schützen muss, zur jüngeren Charly, die Konflikte mit den Fäusten löst und zu Ewa Degenhart – die Sozialarbeiterin im Jugendamt, die sich um diese Familie kümmert. Der Abend erlebte eine Akteurin, die authentischer nicht hätte sein können. Dianas Sätze bahnten sich Stück für Stück den Weg mitten in die Herzen ihrer Zuhörer. Das Schicksal der Kinder rüttelte auf und berührte, hier und da kullerte sogar eine kleine Träne.                                                                                   
Liebe Diana, mit „Berlin.Plattenbau“ und „Berlin.Plattenbau Charly“ hast Du zwei wunderbare Werke geschaffen, die uns sehr viel Einblick gewähren in das Familienleben und die Probleme im sozialen Brennpunkt, Einblick in die Macht und Ohnmacht der zuständigen Ämter und Behörden. Nun sind alle gespannt, wie es weitergeht, wir warten (un-)geduldig auf den 3. Teil und wiederholen hier unbedingt die Einladung, diesen wieder bei uns im Kunst & Krümel vorzustellen. 

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